Das derzeit beste Comic-Spiel seit langem!

Der Test zu Batman: Arkham Asylum hat uns absolut begeistert: Rocksteady präsentiert hier das beste Comic-Computerspiel des bekannten Universums.

Wenn jemand wirklich beweisen will dass er absolut irre ist muss er einfach nur in ein Hochsicherheitsgefängniss einbrechen und genau dies tut der Joker, einer der wohl bekanntesten Erzfeinde von Batman. Im Actionspiel Batman: Arkham Asylum von Rocksteady lässt sich der gefährlichste Gangster Gothams in die geschlossene Abteilung einliefern, um anschließend den Nervenheil-Knast zu übernehmen.

Der Look:

Comiclook mag sicherlich nicht zu jedem Spiel passen und auch sicher nicht jeder Spieler mag diesen Look das Batman: Arkham Asylum aber genau alles richtig macht zeigt uns das Spielbare Intro. Gleich am Anfang liefern wir den Joker höchst persönlich in der Nervenanstalt ab und bewundern dabei eine wirklich schaurige Umgebung. Die Innsassen und die Nervenanstalt selbst zaubern sicher manchem Spieler eine Gänsehaut herbei. So stielvoll wurde Comic-Grafik schon lange nicht mehr eingesetzt.

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Der Unterschied zwischen dem Joker und Batman ist extrem auffällig, während unser Rächer ein muskelbepacktes Schwergewicht in Schwarz ist, ist der Joker eine dünne, schlaksige Figur mit einem zu großem Kopf und verwischter schminke, so sollten Comic Figuren aussehen! Man merkt sichtlich das sich Batman: Arkham Asylum an seinen Comicvorlagen orientiert und zum Teil vielleicht auch an den Tim Burten Filmen.

Genauso sollte halt ein Batman Spiel aussehen. Die Unreal Engin macht ihren Job hier perfekt und ist durch ihre eh schon leicht künstlichen Look wie geschafften für das Spiel.

 

Das Kampsystem

Das Kampsystem wirkt zuerst vielleicht ein bisschen rudimentär, man muss nur auf die Angriffstaste drücken und Batman macht die Arbeit von alleine. Es ist aber nicht so das unser Dunkler Ritter hier einfach nur mit seinen beiden Fäusten um sich haut, er setzt gezielt auch seine Füße, Ellenbogen und Knie im Kampf ein. Umso mehr Treffer wir Landen, umso mehr Erfahrungspunkte springen dabei am Ende des Kampfes für uns raus. Mit diesen schalten wir neue Kampftechniken frei, besonders ist hierbei aber auch das wir nach dem Kampf geheilt werden, d.h. wer gut Kämpft kann sich gleich in den nächsten Kampf wieder stürzen. Denn erst wenn der letzte Gegner besiegt ist fängt Batman an sich langsam zu regenerieren.

Nach einiger Spielzeit werden die Kämpfe aber auch deutlich kniffliger. show-gamepix,10498Blau schimmernde Feinde müssen Sie mit einem zweiten Schlag der Angriffstaste abwehren. Die mit Messern bewaffneten Schurken sind die härtesten Standard-Widersacher, denen muss Batman mit einer dritten Taste zunächst seinen Umhang ins Gesicht schlagen, erst danach taumeln die Gegner benommen zurück und der Dunkle Ritter kann noch einmal nachsetzen. So entstehen anspruchsvolle und schick choreographierte Kämpfe.

Kameraführung

In Sachen Kameraführung benutzt Rocksteady ein ungewöhnliches System. Bei einer Klopperei steht Batman in der Bildschirmmitte, wie sich das gehört. Nach dem Ende des Kampfes gleitet die Kamera dann aber näher an unseren Helden heran und leicht nach rechts, so dass Batman stets in der linken Bildschirmhälfte steht. Das sorgt für eine sehr filmisch anmutende Inszenierung. Der fließende Wechsel zwischen den zahlreichen Zwischensequenzen in Spielgrafik sowie den vorgerenderten Videos und dem eigentlichen Spiel funktioniert ausgezeichnet, zu keinem Zeitpunkt werden Sie aus der dichten Atmosphäre von Batman: Arkham Asylum herausgerissen.

 

Das Leveldesign

Das Arkham Asylum besteht nicht nur aus schlichten Innenräumen mit Zellenblocks, hier hat Rocksteady eine dichte Atmothpäre geschaffen in denen sie einen ganzen Komplex gebaut haben. Er besteht aus mehreren einzelnen Gebäuden die alle völlig unterschiedlich sind. Ein paar hundert Meter neben dem gotisch angehauchten Herrenhaus mit prächtigen Lüstern und Bücherregalen steht zum Beispiel das Gewächshaus im Jugendstil, das eine ganz andere Stimmung verbreitet. Es ist Wunderschön, mit wie viel Liebe zum Detail Rocksteady das gesamte Anstaltsgelände modelliert hat. Außerdem sehen Sie allerorts, dass es hier einen Aufstand gegeben hat: Der Großsteil Arkhams ist verwüstet, überall liegen zerstörte Möbel und verletzte Wachen herum. Besitzer moderner Geforce-Grafikkarten freuen sich außerdem über schicke PhysX-Effekte, die lose Aktenblätter umherwirbeln lassen oder Spinnweben zu bewegten Objekten machen. Batman-Fans werden außerdem zahlreiche Details aus den Comics wiederfinden. Das lassen wir euch aber lieber selber entdecken.

Batmans Waffen

Wie man es von Batman gewöhnt ist, hat er natürlich eine Menge an technischem Spielzeug bei sich. Ganz oben ist dabei natürlich seine absolute Lieblingswaffe: Der Batarang. Mit AABatarang1 diesem kann Batman aber Gegner nur kurz niederstrecken oder im Falle von manchen Boss Gegnern sie verwirren. Am Ende muss Batman einfach typisch wieder seine Fäuste sprechen lassen. Mit gesammelten Erfahrungspunkten dürfen wir neue Batarangs freischalten. Der Schall-Batarang lockt Gegner an, der Mehrfach-Batarang streckt zwei oder gar drei Feinde gleichzeitig nieder, und den lenkbaren Batarang können wir in Zeitlupe fernsteuern. Wirklich nützlich sind die Dinger im Kampf zwar nicht, machen aber einen heiden Spaß und bringen Abwechslung ins Spiel.

Ausrüstung und KI

Im Laufe des Spiels erhalten wir, oder besser gesagt Batman mehr und mehr Ausrüstungsgegenstände wie zum Beispiel ein Kletterseil oder ein Hacking-Gerät, mit denen wir in neue Bereicheder Anstalt vordringen können oder Jokers Handlanger besser bekämpfen können.

Denn oft reicht simples Prügeln nicht: Nach und nach bewaffnen sich die Insassen mit Gewehren, ein Faustduell wäre jetzt Selbstmord. Deshalb müssen wir unser Vorgehen genau planen, in etwa so wie in den Hitman-Spielen. In Arkhams Krankenstation etwa patrouillieren mehrere Schurken um ein paar Geiseln. Wir erklimmen mit Batmans Wurfseil einen Wasserspeier hoch unter der Hallendecke, um uns einen Überblick zu verschaffen. Mit Hilfe unserer »Detektiv-Sicht« können wir alle Feinde in der näheren Umgebung erspähen, sogar durch Wände hindurch. Einige dieser Wände sind brüchig. Hier tragen wir Batmans Explosivgel auf, das auf Knopfdruck die Wand einreißt und alle Feinde im Wirkungsbereich ins Land der Träume schickt (Batman tötet nicht!). Als zwei der Spitzbuben genau neben der präparierten Wand stehen, betätigen wir den Auslöser — rums! Zwei Mann am Boden. Während der Joker über die Lautsprecheranlage Anweisungen bellt, sehen die übrigen Gegner nach, was los ist.

Die KI wirkt dabei sehr überzeugend: Findet einer eins von Batmans Opfern, ruft er seine Kameraden herbei. Die stehen dann um den bewusstlosen Kollegen herum, versuchen noch, ihn wieder aufzupäppeln, und gehen anschließend wieder auf die Suche nach Batman. Das wirkt sehr stimmig, allerdings beschränken sich die Fähigkeiten der Joker-Gehilfen auf genau diese Arbeitsroutine. Große Verfolgungsjagden dürfen Sie nicht erwarten, und sobald Batman zwei, dreimal von Wasserspeier zu Wasserspeier springt, verlieren die Gegner ihn wieder aus den Augen.

 

Bat-Panik

Als sich die Lage wieder etwas beruhigt hat (der Detektiv-Modus zeigt sogar den Herzschlag der Spielfiguren und damit ihre Nervosität an), knöpfen wir uns aus dem Schatten heraus den nächsten Gegner vor: Unsere Batclaw, eine Greifkralle an einem Seil, bohrt sich in die Jacke des Ganoven, wir ziehen ihn kurzerhand über ein Geländer in die (nicht tödliche) Tiefe. Der letzte verbleibende Joker-Geselle bricht in Panik aus, schreit herum, schießt hier und da auf bewegliche Objekte in der Spielwelt, zum Beispiel zischende Dampfventile, und kauert sich schließlich genau unter unseren Wasserspeier. Mit einem Upgrade haben wir uns die Fähigkeit erkauft, Gegner unter uns zu schnappen und geräuschlos an einem Seil zu uns in die Dunkelheit zu ziehen. Genau das machen wir jetzt. Die Krankenstation ist ist nun frei von Gegner, die Geiseln sind in Sicherheit, und wir hatten eine Menge Spaß mit Batman: Arkham Asylum. Perfekt!

Fazit:

Auch wenn ich als Kind Batman schon immer gerne gesehen habe bin ich sicherlich kein richtiger Fan. Allerdings muss ich sagen das mir dieses Spiel einfach einen heiden Spaß gemacht hat. Das ganze Prügeln, das nachdenken, zum Teil wie in Hitman, die absolut tolle Inszenierung. Dieses Spiel ist es absolut Wert gespielt zu werden. Wer ein gutes Action Spiel mit sehr guter Atmosphäre will ist hier sicher gut beraten. Für Batman-Fans ist dieses Spiel sowieso ein Pflichtkauf!

The Verdict

8.7Great