Tomb Raider im Test

Tomb Raider im Test

So wurde Lara Croft zu Tomb Raider

videoimageDer Neustart der Serie zeigt uns wie sich Lara Corft, von einer jungen Frau mit Interesse für Archäologie und Geschichte, zu Tomb Raider entwickelt und das ganze auf eine sehr dramatische Weise. Der neue Teil bricht mit den Traditionen der alten Serienteile, es geht nicht mehr darum Gräber auszuräumen sondern ums nackte Überleben.

Der Anfang von Tomb Raider erinnert  an den von King Kong. „Eine Frau deren Reise ins Unbekannte führt, zu einer schicksaalhaften Begegnung, die alles verändern wird“. Ein Schiff, eine Mannschaft, eine Frau und jemand mit Kamera machen sich auf eine Expedition um ein unbekanntes Königreich zu suchen. Zuerst verläuft die Forschungsreise ohne wirkliche Ergebnisse bis die 21 jährige Lara auf die Idee kommt im Drachendreieck nach dem Königreich zu suchen. Ihr Mentor ist nicht besonders begeistert aber die Crew steht hinter ihr und so machen sie sich auf den Weg. Ein folgenschwerer Fehler wie sich herausstellen soll. Im Drachendreieck wüten extreme Stürme und auch das Expeditionsschiff wird von so einem erwischt. Es bricht in zwei Teile und ein Großteil der Mannschaft überlebt nicht. Überleben tun aber alle bisher vorgestellten Figuren. Die ganze Geschichte wird am Anfang des Spiels in einem Hollywoodreifen Cinematic Film erzählt.

Tomb Raider 2013 MULTI 14 DOWNLOADNachdem wir auf der Insel gestrandet sind bekommen wir gleich eins übergebraten. Ein mysteriöser Kult verschleppt uns in eine Höhle und hängt uns an der Decke auf. Ab jetzt sind wir dran mit Spielen. Schon die ersten Szenen zeigen uns, Tomb Raider ist wahrlich kein Kinderspiel. Aufgehängt neben einer Leiche müssen wir uns den Weg nach unten frei schwingen und rammen uns dabei in einer dramatischen Sequenz ein Stück Eisenstange durch den Bauch. Man fühlt richtig den Schmerz und die Angst die Lara empfindet. Jetzt heißt es erst mal aus der Höhle verschwinden.

Kurze Zeit später sitzen wir an einem Lagerfeuer und Lara wird die Situation in der sie steckt klar. Völlig verängstigt und alleine sitzt sie auf einer unbekannten Insel fest, weiß nicht wer von ihren Freunden noch lebt und was überhaupt gerade alles passiert ist. Einer der Emotionalsten Spielestarts kann man hier mit Recht behaupten.

Tomb Raider im Wandel der Zeit

Tomb_Raider_2013_b_04Wie man schnell nach der intensiven und sehr gut gelungenen Einführung merkt hat sich Tomb Raider ziemlich verändert. Es ist deutlich Actionlastiger, schneller, brachialer und emotionaler. Aber auch das Spielen selber hat sich verändert. Tomb Raider spielt sich nun mehr wie ein Deckungs-Shooter. Aber nicht nur das Spiel hat einen Wandel durchgemacht, auch Lara macht während des Spiels einen riesigen Wandel durch. Während sie am Anfang noch ein Problem damit hat ein Tier zu töten schnetzeln wir uns bald durch wahre Gegnerherden. Zwar merkt man immer wieder das Lara damit nicht wirklich glücklich ist, dafür macht sie es aber sehr Souverän. Sie geht von alleine in Deckung und von da aus schalten wir dann einen Gegner nach dem anderen aus. Am besten mit Kopfschüssen denn diese bringen mehr Erfahrung(dazu aber später mehr). Während sie in den Zwischensequenzen immer wieder sehr verletzlich und verängstigt wirkt, schafft sie es aber sich sehr gut durch die Riegen des Kultes zu kämpfen.

Die Entwicklung von Lara wird sehr gut Inszeniert, allerdings merkt man schon einen kleinen Schwachpunkt darin dass wir von Anfang bis Ende wie ein Profikiller durch die Gegend laufen. Zwar jammert Lara am Anfang noch sehr viel während sie später schreit das sie alle von ihnen erwischen wird, aber es wirkt manchmal ein bisschen überinszeniert. Insgesamt bringt die Story glaubwürdig die Veränderung von Lara rüber, das Spiel selber schafft es aber nicht einem die Entwicklung wirklich glaubhaft zu machen. Wer sich daran nicht sonderlich stört wird noch mehr Spaß mit Tomb Raider haben als es eh schon macht. Die Kämpfe laufen sehr flott ab und funktionieren noch besser als in Mass Effect, hinzu kommt das selbst die Explosionen zeitweise Call of Duty in den Schatten stellen.

Frauen an die Macht

tomb-raider-2013-night-concept-art_00449751Bisher bot Tomb Raider immer sehr verzweigte Level wo es sehr viel zu erkunden gab. Auch im neuen Tomb Raider kann man viel erkunden, die verzweigten Level mussten aber zum großen Teilen ehr schlauchlevelartig Designten Gebieten weichen oder weitläufigen offenen Arealen.  Gerade in den Weitläufigen Gebieten liegt fast an jeder Ecke etwas versteckt. Manchmal sind es nur Kisten die einem Material geben um seine Waffen aufzuwerten, aber auch Geocaches, Artefakte, Gräber,  Karten und Tagebücher sind versteckt. Gerade die Tagebücher lohnen sich sehr,sie geben einiges zur Atmosphäre hinzu und erklären viele Teile der Hintergründe auf der Insel. Für jedes Gefundene Teil gibt es zusätzlich Erfahrungspunkte und noch mal einen Bonus wenn man alles aus einer Reihe gefunden hat.

Diese können wir dann am Lagerfeuer in Fähigkeiten investieren. Sobald wir uns an einem Lagerfeuer nieder lassen öffnet sich ein Menü welches uns sowohl eine Schnellreisefunktion zu anderen Lagerfeuern bietet, sowie die Möglichkeit Fähigkeiten zu erlernen und unsere Waffen zu verbessern. Zum Beispiel können wir dafür sorgen das Lara mehr Erfahrungspunkte bei Tötungen bekommt, das sie mehr Schaden anrichtet oder wir mehr Material zum Aufbessern unserer Waffen finden. Das ganze Motiviert sehr da wir nicht alles sofort Freischalten können sondern sich uns Teile erst nach und nach öffnen. Außerdem kommt der Sammler in einem hoch der natürlich nicht in jedem Gebiet einfach alles liegen lassen kann.

Die Rätsel

tomb-raider-2013-new-screenshot-646x325Was wir auch nicht liegen lassen können, oder besser gesagt nicht dran vorbei laufen können, sind die Gräber. Manchmal sind sie sehr gut versteckt, in andere laufen wir gradewegs rein. Eins haben sie aber alle Gemeinsam, wir müssen uns den Weg zum Schatz erst freiknobeln. Nicht in jedes Grab können wir von Anfang an rein, einige erschließen sich erst mit besserer Ausrüstung wie etwa dem Kletterhaken oder Pfeilen mit Seilen daran. Sobald wir das Grab betreten haben finden wir ein Lagerfeuer und oft ein nicht allzu leichtes Rätsel. Wer hier nicht weiter weiß kann eine Spezielle Ansicht nutzen die Objekte mit denen wir agieren können hervorhebt. Dies geht auch außerhalb der Gräber, wird da aber nicht so oft gebraucht. Serienveteranen werden sich sofort wieder finden und an die älteren Serienteile denken müssen. Leider sind die Gräber aber nicht sonderlich lang gestaltet weshalb es zu einem seltenen Vergnügen wird.

Wir hüpfen über Plattformen, müssen im Dunkeln versuchen uns den Weg sichtbar zu machen ohne uns dabei in die Luft zu jagen, brauchen das richtige Timing und das richtige Gefühl dafür. Schön gestaltet ist das Ganze auf jeden Fall. Es macht immer wieder Spaß die einzelnen Gräber aufzufinden und ihr inneres zu erkunden.

Lara so hübsch wie noch nie!

Tomb-Raider_2013_02-25-13_007Gerade auf dem PC wirkt das neue Tomb Raider wirklich atemberaubend und nahezu perfekt von der Aufmachung her. Gerade die Weitsicht sorgt immer wieder dafür dass wir einfach stehen bleiben und den Ausblick genießen aber auch der Detailreichtum der einzelnen Abschnitte ist nicht zu verachten. Gerade in den Waldbereichen zaubern die Licht und Schatteneffekte eine Wunderschöne Landschaft auf den Bildschirm. Die Texturen, Animationen und Effekte sind ebenfalls nicht zu verachten. Lara und ihre Kameraden wirken geradezu lebendig und auch die Gesichtsanimation von Lara sorgt immer wieder dafür dass wir uns in ihre Situation hineinversetzten können.

Die Steuerung auf dem PC wurde gut Portiert aber das Spiel lässt sich mit einem Kontroller immer noch besser steuern. Allerdings ist der hier keine Pflicht. Was die akustische Untermalung angeht können wir nur den Hut heben. Der Soundtrack ist perfekt in das Spiel eingegliedert und hält sich zu den richtigen Zeitpunkten dezent im Hintergrund oder dröhnt nur so aus den Boxen dass wir uns mitten in die Situation hineinversetzten können. Bei der deutschen Synchronisation wurde sich sehr viel Mühe gegeben. Während oft die englischen Sprecher deutlich besser sind kann man das hier nicht behaupten. Nora Tschirner schafft es Lara glaubwürdig rüber zu bringen.

Ein spielbarer Film

Der Vergleich mit King Kong am Anfang war nicht ohne Grund gewählt. Während Lara sich in den letzten 17 Jahren durch jede Menge Gräber gekämpft hat um Artefakten hinterher zu jagen TombRaider_2013-03-06_16-31-36-69setzt Square Enix diesmal auf ein ganz anderes Prinzip. Tomb Raider fühlt sich an wie ein Film zum selber Spielen. Wir haben sehr aufwändig produzierte Zwischensequenzen die immer wieder flüssig ins Spiel eingebaut sind, dazu kommen immer wieder Quicktime Events und spannende Passagen wo wir mit Lara schnell etwas erledigen müssen. Wenn wir dazu die ehr linearen Level mit der Deckungsschießerei nehmen merkt man das Tomb Raider einen anderen Weg geht. Die düstere Grundstimmung begleitet uns die ganze Zeit durchs Spiel. Tomb Raider geht diesen Weg das ganze Spiel Konsequent entlang und macht daher auch eine Menge Spaß. Während des Tests konnte man das Spiel kaum beiseite legen, gerade weil es einem immer wieder vorgaukelt das man gleich am Ziel ist und dann einen sinnvollen Grund einwirft wieso schon wieder alles schief geht.

Multiplayer gibt es auch

tomb_raider_2013_wallpaper_wide-HDWas auch noch neu in der Serie ist, ist das es einen Multiplayer Teil gibt. Wir können hier mit anderen Spielern gegen andere Spieler spielen. Während ein Teil die Überlebenden spielt, spielen die anderen die Kultisten. Dies kann sehr unterhaltsam sein ist aber nicht wirklich ein relevantes Feature was die Kaufentscheidung beeinflusst. Es werden insgesamt vier Modi geboten. Einer dieser ist Rettung wo wir versuchen Medipackts zu sammeln und an einen Ort zu bringen. Außerdem verdienen wir uns mit jeder Runde Erfahrungspunkte, steigen im Rang auf und können neue Fähigkeiten erlernen.

Fazit

Wer ein klassisches Tomb Raider erwartet hat, der wird vom neuen Teil sicherlich nicht so begeistert sein. Vieles ist anders, vieles ist neu und das ganze fühlt sich an wie ein Film zum Spielen. Gerade der Deckungsshooter Aspekt passt eigentlich gar nicht zu Tomb Raider. Wer allerdings offen für neues ist wird bei Tomb Raider voll auf seine Kosten kommen. Das Spiel macht einfach eine Menge Spaß und unterhält für Stunden. Man will einfach wissen wie es weiter geht! Wir hatten verdammt viel Spaß mit Tomb Raider und hoffen sehr auf einen weiteren Teil. Diesmal vielleicht wieder mit ein bisschen mehr Adventure und weniger Deckungsshooter aber man wird sehen.

 

The Verdict

8.7Great

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