Remember Me im Test

Remember Me im Test

remember-me

 

Mit dem Titel Remember Me (2013) schafft der Spielehersteller Dontnod ein großartiges Debut. In Zusammenarbeit mit Capcom hat das Entwicklerstudio aus Frankreich ein Third Person Shooter, Jump and Run und Hack and Slay auf den Markt gebracht, der durch ein stimmiges Artdesign und eine bis zum Schluss spannende Geschichte überzeugt. Dabei lässt sich das Spiel auf drei Schwierigkeitsstufen spielen und ist dadurch für Profis und Gelegenheitsspieler geeignet. Ein Spiel für die ganze Familie ist Remember Me aber nicht, denn die düstere Zukunftsvision des Neo-Paris im Jahr 2084 ist nichts für Kinder! Zurzeit gibt es das Spiel für Playstation Plus Abonnenten als kostenlosen Download.

 

Handlung: Auf der Suche nach Erinnerung

Remember_me_gamescom__4_

Die Heldin Nilin ist auf der Suche nach ihrem verlorenen Ich

Wir schreiben das Jahr 2084. Das Unternehmen Memorize verkauft, hortet und löscht die Gedächtnisse von Menschen durch die Sensen Technologie. Durch diese technologische Entwicklung, kontrolliert das Unternehmen Neo-Paris. Gegner des Unternehmens werden kurzerhand „gelöscht“ und fristen ihr dasein als sogenannte Leaper, eine Art gedächtnislosem Zombie. Am Anfang des Games wacht die Heldin in einer Einrichtung der Firma Memorize auf. Hier soll ihr Gedächtnis gelöscht werden. Nachdem Nilins Gedächtnis fast komplett gelöscht worden ist, wird sie von dem Widerstandskämpfer Edge aus der Einrichtung von Memorize herausgeführt. Von Edge erfahren wir, dass Nilin als Gedächtnisjägerin und Revolutionärin gegen das Unternehmen gekämpft hat. Die Heldin entkommt dank Edges Hilfe aus den klauen der Memorize. Auf freiem Fuß muss sie sich gegen fiese gedächtnislose Mutanten namens Leaper, Trupps von Memorize, Kopfgeldjäger und andere Gedächtnisjäger zur Wehr setzten. Des Weiteren muss die Heldin versteckte Gegenstände entdecken und ihre Erinnerung zurückerlangen. So gelangt Nilin zuerst zu der Bar Leaking Brain, in der sie auf Kopfweh Tommy trifft. Der ihren Kampfanzug für sie aufbewahrt hat und ihr diesen übergibt. Dabei wird sie von der Kopfgeldjägerin Olga Sedova überrascht. Sedova ist von Memorize angeheuert worden, um Nilin zu finden und zu töten. Der Heldin gelingt es dank ihres Anzugs in das Gedächtnis von Sedova einzudringen und ihre Gedanken so zu manipulieren, dass sie nun auf Nilins Seite steht und Memorize bekämpft. Die Heldin macht sich auf die Suche nach ihrem verlorenen Ich. Dazu bewegt sie sich in den Slums und in dem Stadtteil der Schönen und Reichen in Neo-Paris, um Edges Anweisungen zu folgen. Doch kann Nilin die Wahrheit über ihre Vergangenheit ans Licht bringen, wer ist Freund und wer ist Feind?!

Gegner: Vom Mutanten bis zur Werkspolizei

In Remember Me bekommen wir es mit verschiedenen Gegnern zu tun, die alle verschiedene Taktiken erfordern.

 Die Leaper

Leaper

Die Leaper tauchen immer wieder im Spiel auf, dabei gibt es einfache Leaper, Bossleaper und Leaper die sich unsichtbar machen können.

Bei den Leapern handelt es sich um Menschen, deren Gedächtnis zerstört wurde. To leap heißt im englischen Springen. So springen die Erinnerungen der Leaper hin und her, daher sind sie dementsprechend verwirrt und aggressiv. Memorize löschte die Gedächtnisse dieser Menschen. Leaper zeichnen sich dadurch aus, dass sie kopflos in Nilins Richtung rennen. Diese Gegner sind wohl am einfachsten zu erledigen. Einfache Kombos machen den Leapern den Gar aus. Wobei es auch bei den Leapern Bossgegener gibt, die sich nur mit den Spezialfähigkeiten erledigen lassen.Unter den Leapern gibt es auch solche, die unsichtbar sind. Um diese zu eliminieren kann Nilin entweder Flutlichter aktivieren oder durch ihre Spezialfähigkeit Sensen Dos den Gegner sichtbar machen. Danach lassen sich die unsichtbaren Leaper, wie alle anderen Kontrahenten, durch Kombos erledigen.

Die Truppen der Firma Memorize

Truppen

Memorize macht mit den werkseigenen Truppen Jagd auf Nilin

Auch die Firma Memorize macht natürlich jagd auf Nilin, die für sie eine Terroristin ist. Die sogenannten Enforcer von Memorize sind wesentlich besser bewaffnet. Die Heldin kann hier am besten mit Kraft Impressons zu bekämpfen. Liegt der Gegner aber dann am Boden, kann die Heldin sie gekonnt mit einem Finish-Move vernichten. Dazu wird dem Spieler durch die Sensen-Optik angezeigt, wann der Spieler Kreis drücken soll. Je weiter Nilin kommt, desto härter teilen die Gesellen von Memorize aus und stecken auch mehr ein. Auch das Outfit und das Equipment verändert sich. In der Bastille dem Gefängnis Neo-Paris verfügen die Memorizetruppen über stärkere Panzerung und z.T. über Schilde.

Drohnen

Drohne

Die Seraphin Drohne schwebt in der Luft und ist mit Kombos nicht erreichbar, Abhilfe schafft hier Nilins Fernwaffe der Spammer

Die  Drohnen sind Gegner, die aus der Luft angreifen und sich nur mit ihrer Fernkampfwaffe dem Spammer attackieren. Dabei muss Nilin geschickt den Attacken der Drohnen ausweichen, oft müssen wir gegen Wachen und Drohnen gleichzeitig kämpfen. Es gibt verschiedenen Auführungen von Drohnen, die eine unterschiedliche Taktik erfordern.

 

 

 

Bossgegner

Kid

Kid X-Mas ist der erste größerer Bossgegner des Spiels

Gegner wie Kid X-MAS können nicht direkt mit Kombos geschlagen werden. Nilins normale Kombos bleiben bei diesen Gegnern meist wirkungslos, für die Bossgener muss der Spieler die Spezialfähigkeiten Nilins einsetzten. Auch Roboter und Leaper kommen als Bossgegner vor. Dabei kann man Roboter der Firma Memorize mit dem Spammer attackieren. Bei den Leapern sollte man auf die Spezialfähigkeiten setzten, denn diese fügen dem Gegner am meisten Schaden zu. So muss der Spieler für jeden Gegner ein individuelle Taktik entwicklen.

Steuerung: Nicht einfach draufprügeln

RM_TGS_screenshot06

Die Steuerung weist auf den ersten Blick eine für Third-Persontitel gängigen Modus auf. Auch wenn einige Kritiker des Spiels Parallelen zu anderen Titeln sehen. Gerade wenn man Nilin an Fassaden klettern lässt, ist dieser Vorwurf nicht ganz unberechtigt. In der Tat erinnern ihre Moves an Titel wie Tomb Raider oder Prince of Persia, zudem wird Nilin durch ihre Sensen-Optik mit Richtungspfeile angezeigt wo und wie sie die einzelnen Abschnitte meistert. Durch diese „Wegweiser“ kommt man gar nicht erst in die Versuchung, selbst nachzudenken. Hier hätten die Entwickler aus Frankreich dem Spieler doch mehr Spielübersicht zutrauen können. Auch Hindernisse, wie Gebiete die unter Hochspannung stehen oder Dampf der aus einer Rohrleitung schießt, stellen kein wirkliches Hindernis dar. Zusätzlich werden wir zuvor noch vor der Gefahr durch Nilins Sensen-Optik gewarnt. Auch vermeintlich versteckte Gegenstände wie Mnesist, welche Erinnerungen freischalten und so Leerstellen in der Geschichte schließen oder Satpatches, womit die Heldin ihre Energiekurve erweitern kann, werden so leicht gefunden.

 

Das Kombosystem in Remember Me: Du hast die Wahl

K2

Diese negativen Aspekte des Spiels macht das Kampfsystem des Spiels durch seinen innovativen Aufbau aber wieder wett. Die Steuerung Nilins ist herausragend und macht auf Anhieb einen Heidenspaß. In Remember Me kann der Spieler durch freigespielte „Impressons“ seine eigenen Kombos generieren, an die sich Nilin im Kamp „erinnert“. So lassen sich dreier, fünfer und sechser Kombos mit individuellen Tastenkombinationen und Funktionen erstellen. Dabei kann man den Fokus auf harte Schläge legen, auf Schläge die Nilins Spezialfähigkeiten schneller aufladen, vorherige Schläge bzw. deren Eigenschaften verstärken oder auf Schläge die sie heilen und ihre Energieleiste wieder auffüllen. Dazu kommen schön animierte Finish- Moves, mit denen Nilin den Gegnern den Rest gibt. Um stärkere Kombo Elemente freizuschalten, muss Nilin PMP sammeln, so erhält sie „Schlüssel“. Mit diesen Schlüsseln können verbesserte Impressions freigeschaltet werden. Ein weiteres Plus des Kampfsystems sind die fünf Spezialfähigkeiten, doch dazu später. Bei Bossgegnern kommt es aber nicht nur auf rüdes Prügeln an, sondern auf Timing und den Einsatz der Spezialfähigkeiten. So muss man im richtigen Moment den harten Schlägen ausweichen, um dann mit einer der Spezialfähigkeiten zu attackieren.

Die Spezialfähigkeiten

Nilin verfügt über fünf Spezialfähigkeiten, mit denen sie ihren Gegnern das Leben schwer Macht. Mit dem Sensen Dos lähmt sie Gegner. Roste in Frieden kontrolliert feindliche Roboter und zerstört sie. Die Logik Bombe heftet Nilin an einen Gegner. In einem bestimmten Umkreis verursacht die Bombe Schaden bei den Gegnern. Sensen Raserei verstärkt Nilins Schläge, solange sie nicht von Gegnern getroffen wird.Last but not Least die Sensen Tarnung mit der Nilin unsichtbar wird. Zusätzlich kann sie Gegner sofort überlasten und mit einem Finishmove ins Jenseits befördern.

vlcsnap-2013-12-12-11h52m12s76

Eindringen in fremde Gedächtnisse: Im fremden Kopf

vlcsnap-2013-12-11-13h20m07s191

Mithilfe ihres Anzuges kann Nilin in das Gedächtnis von Menschen eindringen und ihre Erinnerungen verändern

Nilin kann zudem durch ihren Anzug in die Erinnerung von Menschen einsteigen, so verändert sie z. B. die Erinnerungen der Kopfgeldjägerin Olga Sedova. Sedova kämpft fortan auch gegen Memorize. Bei der Maipulation der Erinnerungen muss man durchaus ein bisschen tüfteln. Biss man Olgas Erinnerungen verändert, muss man einige Erinnerungen verändern. Dieses Element des Piels ist großartig dargestellt und macht wirklich Spaß. Auch wenn es immer nur eine richtige Lösung gibt, ist das Eindringen in das Gedächtnis ein tolles Feature des Spiels. Leider kann man das Feature im Verlauf des Spiels nur viermal nutzen. Zusätzlich kann Nilin in sogenannten Reminiszenen die Bewegungen von Personen rekonstruieren, dass hilft, um manche vertrakte Situation zu meistern oder Drohnen von Memorize aus dem Weg zu gehen. Ein weiteres Gadget, das die Heldin erst im Verlauf des Spiels erhält, ist der Spammer. Mit dieser Fernwaffe kann sie Gegner angreifen und Türen aktivieren.

Grafik: Neo- Paris entdecken

Panorama

Das Artdesign von Remmeber Me ist eine gekonnte Mischung aus bekannten Elementen, wie dem Eifelturm und aus moderner Architektur

remember-me-artwork-2

Die Slums von Neo-Paris erinnern an Ridley Scotts Science-Fictionklassiker Blade Runner

Die Unreal Engine mag vielleicht schon etwas angestaubt sein, dennoch taucht man in die z.T. düstere aber auch strahlend Helle Szenerie von Neo-Paris ein. Das Artdesign des Games ist wirklich atemberaubend, die Kombination aus bekannter Architektur aus Paris und der Kombination mit Science-Fiction Elementen ist wirklich grandios gelungen. So schafft das Spiel allein durch die Story in Kombination mit der detailreichen Grafik, wie Häuserfassaden, Panoramen oder düsteren Ecken eine Vision einer Zukunft. Diese Zukunftsvision hat nichts mit utopischen Ideen a la Star Trek zu tun. Ganz im Gegenteil, wenn man schon den Vergleich mit dem Medium Film sucht, so ist die Atmosphäre der ersten Episode von Remember Me eher mit Ridley Scotts Blade Runner zu vergleichen. Neo Paris ist ein verkommener, verdreckter und mit allerlei gefährlichen Individuen gespickter Ort. Auf der anderen Seite gibt es die Welt „der Schönen und Reichen“, hier erscheint alles sauber und geordnet und man entdeckt viele Details, wie Cafes, Geschäfte oder Bars. Im Gegensatz zu aktuellen Titeln wie Beyond Two Souls sind die Gesichter der Charaktere eher emotionslos programmiert und schaffen so kaum Empathie für die Gefühlslage der Figuren. Zudem ist die deutsche Synchronisation oft nicht lippensynchron. Der Einstieg in die Erinnerungen anderer Figuren ist durch aufwendig animierte Zwischensequenzen ein echter Augenschmaus.

Fazit

Remember Me ist ein Spiel, dessen Story von Anfang an mitreißt. Die aufwendig gestaltete Stadt Neo-Paris schafft dabei eine Atmosphäre aus Licht und Schatten. Die Steuerung des Spiels mag zwar zum Teil an andere Titel angelehnt sein, aber warum sollte man nicht von den besten lernen. Zudem integriert das Spiel diese Anlagen und schafft damit ein völlig Neues Spielerlebnis. Die Steuerung des Kampfmodus und die individuell erstellbaren Kombos, stellen zudem ein eigenständiges Merkmal des Spiels dar, welches nicht unerheblich zum Spielspaß beiträgt.

 

The Verdict

8Great

Leave a comment