DMC Devil May Cry im Test

DMC Devil May Cry im Test

August 13th, 2012 @ 08:38:47

Das Entwicklerstudio Ninja Theory und Capcom haben mit DMC Devil May Cry 2013 einen gelungenen Relaunch der Devil May Cry Reihe produziert. Die britisch japanische Zusammenarbeit lieferte das erste Highlight des Jahres 2013. Grund genug für uns den Titel nochmals unter die Lupe zu nehmen.

Die Story: Licht und Schatten – Dämonen und Engel

DMC ist keine Fortsetzung der vorangegangenen Teile, sondern es erzählt die Geschichte von vorne. Einfach gesagt geht es in Devil May Cry um den Helden Dante der halb Engel halb Dämon gegen fiese Kreaturen aus der Dämonenwelt kämpfen muss, weil diese die Weltherrschaft an sich reißen wollen.

Protagonisten

!!!Spoiler Warnung!!!

Mundus ist die Quelle allen Übels. Dante und Co versuchen seine  Weltherrschaftspläne zu vereiteln.

Der Dämonenherrscher Mundus ist die Quelle allen Übels. Dante und Co versuchen seine Weltherrschaftspläne zu vereiteln.

Capcom und Ninja Theory haben der Reihe ein Relaunch gegönnt, so ist der Titel keine Fortsetzung der vier Vorgänger, sondern erzählt eine eigene Geschichte. DMC spielt in einer Welt, in der sich Engel und Dämonen bekriegen. In 20 Missionen muss der Nephilim Dante sein Geschick gegen Dämonen und allerlei Kreaturen beweisen. Nephilims sind hybriden aus Engeln und Dämonen. Der Held wird im Verlauf des Spiels über seine Herkunft aufgeklärt. So erfährt er, dass seine Eltern der Dämon Sparda und ein Engel namens Eve sind. Ganz wie bei Shakespeares Romeo und Julia hat diese Liebe einen schweren Stand. Aus dieser Verbindung gehen zwei Söhne hervor. Ihre Namen sind Dante und Vergil, beide vereinen Himmel und Hölle in sich. Als Mundus von der „verbotenen Liebe“ erfährt, findet er die Liebenden und verbannt Sparda auf ewig in den sogenannten Limbus (im englischen Limbo), eine Art Vorhölle in der die Dämonen leben. Die beiden Zwillingsbrüder werden getrennt und ihre Erinnerungen gelöscht. So erfährt Dante erst im Laufe des Spiels mehr über seine Herkunft. Sein Bruder Vergil hat zu diesem Zeitpunkt bereits den Kampf gegen Mundus aufgenommen und einen Orden zu dessen Beseitigung gegründet. Dieser Orden wird vom größten Sender als terroristische Vereinigung gebrandmarkt. Wie sich später herausstellt, ist der Sender von Dämonen unterwandert. Dante stößt zum Widerstand hinzu, um Mundus endgültig zu vernichten. So soll sein wachsender Einfluss auf die Welt der Menschen minimiert werden. Er muss auf dem Weg zu diesem Ziel einige Hindernisse überwinden. Dantes muss zunächst Mundus Softdrinkfabrik zerstören, denn das Getränk macht Menschen zu willigen Helfern der Dämonen. Dabei bekommt es Dante am Ende der Mission mit einem Sukubus zu tun, den er schlussendlich besiegen kann. Auf dem steinigen Weg zum verhassten Feind, zerstört der Held mithilfe Vergil und seiner Wicker Helferin Kat folgend den Sender der Dämonen. Danach wollen Dante und Vergil Mundus aus der Reserve locken. Um dieses Ziel zu erreichen kidnappen sie die Geliebte des Mundus und damit seinen ungeborenen Sohn. Doch Mundus hält Kat gefangen und so tauscht Dante Mutter und Sohn gegen Kat aus. Folgend kommt es zum Showdown zwischen den Brüdern und dem Dämonenkönig Mundus. In diesem epischen Endkampf gelingt es den Brüdern, das Tor zur Dämonenwelt zu schließen und Mundus fest an seinem menschlichen Avatar zu binden. So kann der unbesiegbare nun doch besiegt werden, doch nur mithilfe Vergils kann der Fiesling schlussendlich besiegt werden. Nach dem Sieg der Brüder will Vergil Herr über die Menschheit werden, da diese zu unreif sei, um ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Dante und Kat sind nicht Vergils Meinung eiverstanden und so spitzt sich die Situation unausweichlich zu einem Kampf zwischen den Zwillingsbrüdern zu. Im Verlauf des Kampfes gewinnt Dante die Oberhand, nur Kats eingreifen rettet Vergils Leben und er kann entkommen.

!!!Spoiler Warnung Ende!!!

Steuerung: Das Kampfsystem

Mit der Axt Arbiter lichtet Dante die Reihen der Feinde

Mit der Axt Arbiter lichtet Dante die Reihen der Feinde

In DMC ist das Kampfsystem eine wahre Pracht. Wie in den Vorgängern kann Dante auf Hieb und Stichwaffen, Feuerwaffen, seine Fäuste und Fernkampfwaffen zurückgreifen und diese in Kombos zusammenfügen. Der Spieler kann Dante auf drei Schwierigkeitsgraden durch den Limbus führen. Dabei machen die Kombinationen aus Fern- und Nahkampf das Spiel nicht nur abwechslungsreich, auch der Spielspaß wird durch die Kombinationsmöglichkeiten der Waffen und Stile gesteigert. Dante erhält im Verlauf des Spiels einige Waffen, die er durch gesammelte Punkte upgraden kann. Am Anfang verfügt der Held über sein Schwert Rebellion und seine Handfeuerwaffen Ebony and Ivory. Später bekommt Dante noch reichlich Waffennachschub. So erhält er Dämonenwaffen wie eine riesige und mächtige Dämonen-Streitaxt (Arbiter) oder Stahlfäuste (Eryx), die sich hervorragend für den Nahkampf eignen. Engelswaffen wie die Engelssichel (Osiris) oder den Riesenshurikens (Aquila), die als Nah- und Fernkampfwaffen nutzbar sind, ergänzen die Waffensammlung. Die unterschiedlichen Waffen müssen besonnen für den jeweiligen Gegner gewählt werden, denn einige der fiesen Kreaturen sind gegen bestimmt Waffen Immun. Zudem gibt es einen Engel- und einen Dämonen-Enterhaken. Mit dem Dämonen-Enterhaken holt Dante Gegner (Dämonen) zu sich und zieht an markierten Vorsprüngen, um so über Untiefen und dergleichen zu gelangen. Mit der Engelvariante zieht Dante sich zu Gegnern und an im Spiel markierte Stellen heran. So kann er sich wie Tarzan von Punkt zu Punkt durch die Level hangeln. Später erlernt der Held einen kurzen Gleitflug, mit dem er größere Untiefen überwindet. Auch eine Shotgun (Revenant) und eine verstärkte Pistole (Kablooey) werden im Verlauf des Spiels Teil von Dantes Waffenarsenal. Für die Kombination von Attacken bekommt unser Held Punkte, die sich dann in Bestenlisten via Internet vergleichen lassen. Auch Challenges sind in den Missionen versteckt. Um diese Challenges spielen zu können, müssen wir aber zunächst Schlüssel sammeln. Es  lohnt sich also nicht nur einfach durch die Level zu hetzten, sondern immer einen Blick nach Links und Rechts zu wagen. So kann Dante auch „gefangene Seelen“ befreien, die wiederum Extrapunkte einbringen. Diese Punkte können wir im Limbus an „heiligen Statuen“ in Gegenstände eintauschen. So können wir „Medipacks“ und „Wiederbelebungen“ gegen Punkte eintauschen. Auch Dantes Dämonenanzeige können wir durch Gegenstände aufladen. Mit seinen Dämonenfähigkeiten kann Dante seine Gegner paralysieren und in die Luft wirbeln. Wenn er nun die Gegner attackiert, lädt sich seine Energieleiste wieder auf. Dieses Feature ist besonders in Bosskämpfen eine gute Sache. Sicher kann Dante auch immer wieder von neuem an einem Speicherpunkt beginnen, dies wirkt sich dann aber negativ auf die Punktebewertung des Levels aus. Die Bosskämpfe sind eine gelungene Steigerung gegenüber den Standardkämpfen im Spiel. Man muss zunächst erst mal herausfinden, wie man dem Gegner zu Leibe rückt. Hat man aber erst mal eine Taktik entwickelt, so schafft man die Gegner eigentlich recht mühelos. Anspruchsvoll wird das Spiel, wenn es um die Kombos geht. Man kann natürlich einfache Kombos aneinanderreihen und dadurch das Ziel des Spiels ohne weiteres erreichen. Doch die Angriffe zu kombinieren ist ein wichtiges und gelungenes Spielelement von DMC. Denn wer besonders komplexe Kombos generiert oder gar eine Schar von Gegnern so besiegt, dass der Held nicht ein einziges Mal auf dem Boden landet, der wird mit einer Fülle von Extrapunkten belohnt. Ergänzt werden diese Hack and Slay Elemente durch Passagen in denen wir Dante geschickt von Vorsprung zu Vorsprung oder von Plattform zu Plattform fliegen und schwingen lassen müssen. Diese Abschnitte sind zwar nicht wirklich schwierig, sie sind aber eine nette Abwechslung zu den Kämpfen im Spiel. Ninja Theory nimmt die Elemente auf, für die DMC bekannt ist. So sind die Kämpfe und die multiplen Kombovarianten das zentrale Spielelement von DMC. Dabei schafft es das Entwicklerstudio dem Titel, durch die wunderschöne Grafik, eine Frischzellenkur zu verpassen.

Auch mit der Engelsichel Osiris macht Dante ein gute Figur, Wie der Arbiter eignet sich Osiris für einige Gegner mehr als für andere. so sind einige Gegnerklassen immun gegen die Angriffe mit der Sichel oder der Axt. Da heißt es schnell umschalten.

Auch mit der Engelsichel Osiris macht Dante eine gute Figur. Wie der Arbiter eignet sich Osiris für einige Gegner mehr als für andere. so sind einige Gegnerklassen immun gegen die Angriffe mit der Sichel oder der Axt. Da heißt es schnell umschalten.

 

Grafik

Der Limbus ist wunderbar programmiert, hier zeigt sich, was man aus der Unreal Engine noch herausholen kann.

Der Limbus ist wunderbar programmiert, hier zeigt sich, was man aus der Unreal Engine noch herausholen kann.

DMC zeigt in beeindruckender Weise, wie viel Potential in der Unreal Engine immer noch steckt. Die Level sind abdreht aber dennoch stimmig programmiert. Gerade der „Limbus“ ist hervorragend gestaltet. Auch die animierten Zwischensequenzen holen das Optimum aus der Engine heraus. Ein kleines Manko ist die Synchronisation, die in der deutschen Version nicht immer ganz lippensynchron und ziemlich emotionslos gestaltet sind. Einige der Szenen im Limbus, wie Häuser die in Fragmenten in der Luft schweben, erinnern stark an Christopher Nolans Film Inception. Großartig sind auch die Kämpfe und die damit verbundenen Kombos gestaltet. Da gibt es kein ruckeln und kein wackeln. Auch die Perspektiven sind immer optimal gewählt und ermöglichen eine übersichtliche Steuerung. Ergänzt wird die Grafik durch den stimmigen Soundtrack, der in jeder Situation die richtige musikalische Untermalung bereithält. So werden die Kämpfe oft mit stimmigem Heavymetalsound untermalt.

Fazit

Der Relaunch von DMC Devil May Cry ist durchweg gelungen. Das Kampfsystem orientiert sich an den gelungenen Systemen Vorgängern. Die Möglichkeiten des individuellen Aneinanderreihens von Kombos erhöht den Spielspaß und fügt sich hervorragend in das Setting des Spiels ein. Die Grafik der einzelnen Missionen ist hervorragend und abwechslungsreich. Ein kleines Manko ist die geringe Schwierigkeit in den Geschicklichkeitsübungen. Diese dienen eher der Auflockerung und Entspannung nach hartem Hack and Slay Gemetzel. Für Highscorefans bietet das Spiel nicht nur den Vergleich im Internet. Eure Fähigkeiten und die daraus resultierende Punkteausbeute wirken sich auch auf den Erfolg im Spiel bzw. auf die Entwicklung des Helden Dante aus. Alles in allem ist DMC ein Spiel, das mit seinen acht bis neun Stunden effektiver Spielzeit nicht nur Stimmung schafft und eine Story spannend erzählt, sondern auch durch die anspruchsvollen Kämpfe begeistert. Wer also Titel wie God of War Ascension oder Castlevania mochte, für den ist DMC ein absolutes must have.

Tipp der Redaktion: Wer nach den ca. 8-10 Stunden DMC Devil May Cry noch nicht genug hat, der kann auf das DLC Vergil´s Downfall zurückgreifen und so 3-5 Stunden Spielzeit dranhängen.

 

The Verdict

8.1Great

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